Auf Radexpedition quer durch das Ruhrgebiet

Auf Radexpedition quer durch den „Pott“ waren wir in der letzten Aprilwoche. „Glück auf Zukunft“ hieß das Motto der dreitägigen Tour von Hamm nach Duisburg: „Die Bergbauvergangenheit und die Zeit danach“.blume

13 Leute waren bei typischem Aprilwetter unterwegs. Der Gegenwind war teilweise heftig, aber durchnässt worden sind wir nicht, auch wenn rundherum Graupelschauer niedergingen. Quasi vor der Haustür waren wir auf dem Weg zu neuen Horizonten, und dennoch war das warme heimelige Bettchen weit enrfernt.

Situation und Wetterlage identisch mit dem Ruhrgebiet?

 

Eine Einschätzung ist nicht leicht. Wie bei Radfahrern üblich geht an jedem Morgen der Blick gen Himmel (zunehmend auf das Handy), um einzuschätzen, wie das Wetter wird.

Die Hochzeiten und gleichzeitig grauen Zeiten des Bergbaus sind längst vorbei, aber in 2018 wird nun auch die letzte Zeche im Ruhrgebiet schließen. Die RAG wickelt ab und stellt sich auf die Zukunft ein. Ihre Konzernstrukturen hat sie überarbeitet und Konzepte zur Aufgabenbewältigung entwickelt.

Wie das geschehen soll, haben wir mit Unterstützung der RAG an mehreren Stellen erfahren dürfen, so am Bergwerk Hamm-Ost und in Prosper II in Bottrop. Landschaftsparks und Konversionsprojekte auf dem gesamten Weg begleiteten uns, so der Maximilianpark, die Zechen Ewald und Waltrop, die Wasserstadt Aden und die Marina Rünthe. „Wohnen im Ruhrgebiet zwischen Tradition und Moderne“ war darüber hinaus das Thema in Alt Westerholt und in Eisenheim. Wie die Situation der Binnenschifffahrt und die Zukunft der Kanäle aussieht, erfuhren wir in der Friedenskirche in Henrichenburg. Leider hat sich die Landeskirche aufgrund knapper Kassen von dem Aufgabenbereich der Binnenschifferseelsorge an diesem Standort getrennt.

   

 

   

Ein Pfund des Ruhrgebiets ist die Einzigartigkeit in Sachen Kulturvielfalt, ein wichtiger weicher Faktor auch für die dringend notwendige Ansiedlung von neuen Betrieben. blumeAber reicht es auf Dauer, aus Industrieruinen Industriekultur zu machen? Überhaupt erscheint manches übertüncht und schön gemacht. Das Ruhrgebiet ist grün, aber welche Sünden der Vergangenheit lagern im Untergrund? Ist die gegenwärtige Forschung schon so weit, dass sie Leben ohne Gefährdungen für den Erhalt der Welt in  Zukunft garantieren kann? Reichen hierzu die zurückgestellten Finanzen aus? Wie ernst wird postulierte Verantwortung für die Gestaltung von Zukunft genommen? Wird Verantwortung möglicherweise in Teilbereichen verlagert, somit abgeschoben?

Ihr seht, es besteht wirklich Aprilwetter! Der April ist ja der Monat, in dem der Winter und der anstehende Sommer miteinander kämpfen.


   

Aber er ist der Monat der Blüte, der Monat, in dem Ostern gefeiert wird und Ostern heißt Auferstehung und Aufbruch, Zeit zu sähen und die ersten Sonnenstrahlen zu genießen.blume

In diesem Sinne erhoffe ich mir, dass bei den TourteilnehmerInnen durch die Erlebnisse und gewonnenen Erkenntnisse ein wenig Aufbruchstimmung aufgekommen ist, um lebenswerte Zukunft im eigenen kleinen oder auch größeren Nahbereich mit zu gestalten.blume

 

Die Fotos wurden dankenswerterweise von Rose Richter vom Institut für Kirche und Gesellschaft, Marlies Opländer und  Andreas Kalthoff von der Dattelner Morgenpost zur Verfügung gestellt.

           

 

Ihr seid eingeladen, eigene Fotos mir zuzuschicken und/oder per Formular zu kommentieren.


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