Entlang der Lenne von der Quelle bis zur Mündung

Nicht öffentlich ausgeschrieben, spontan verabredet und organisiert ging meine erste Tour von Karfreitag bis Ostersonntag von Winterberg entlang der Lenne bis zur Mündung in die Ruhr. Zwei Tage später hätten wir die Tour gar nicht unternehmen können. Das Sauerland zeigte sich da wieder in Weiß.blume

Weshalb erwähne ich diese Tour in kleinem privaten Kreis?

Vor ein paar Tagen erst kehrte ich zurück von einer Tour quer durch das Ruhrgebiet. „Glück auf Zukunft“ hieß das Thema. Die letzte Zeche im Ruhrgebiet wird Ende 2018 schließen. Was kommt nach dem Bergbau. Wenn das Stichwort Strukturwandel fällt, dann wird (berechtigterweise) immer gleich das Ruhrgebiet damit in Verbindung gesetzt. Aber auch das Sauerland hatte und hat mit Strukturwandel zu kämpfen. Werke der eisenverarbeitenden Industrie sind dicht gemacht worden, die Ruinen säumen ungenutzt das Lennetal. Nach den Werksschließungen wurden Bahnverbindungen stillgelegt, damit Ortschaften abgebunden. Die Region hat immer noch mit den Kyrillnachwirkungen zu kämpfen. Allerdings ist unser Eindruck, dass die Holzwirte nur bedingt daraus gelernt haben. Hotels stehen leer und warten auf eine neue Nutzung. Tourismuskonzepte bestehen, aber nur in Winterberg scheinen sie einigermaßen zu funktionieren.

Vor Jahren haben wir schon einmal in einer Gruppe Teile des Lennetalradwegs befahren. Damals ging es um die „Regionale 2013“, für die sich südwestfälische Landkreise beworben hatten. Große Geldsummen vom Land NRW und von der EU wurden aquiriert. „Wir holen die Burg zur Lenne“, so hieß es damals in Altena. Haben sie auch gemacht, Aber das weitergehende Konzept, aus Altena im Altstadtbereich ein mittelalterliches Szenario zu schaffen, um somit Touristen anzulocken und den kleinen Läden, die für Supermärkte nicht geeignet sind, eine neue Bedeutung zu geben, ist nicht weiterverfolgt worden.

In der damaligen Bewerbung tauchte auch die Entwicklung des Lennetalradwegs auf. In Tourismusbroschüren wird Reklame für ihn gemacht.

Unsere Erfahrung: Er ist zu 50% gelungen, und der andere Teil eben nicht, weil gar nicht in Angriff genommen! Fahren auf der Bundesstraße, Hügel hoch und Hügel runter, teils auf ausgewaschenen Schotterwegen! Woran scheitert eine Talführung? Die Beschilderung wird teils  unzureichend gepflegt und die Infrastruktur für einen Radfernweg unterwegs fehlt.

Strukturwandel erfolgreich zu gestalten ist schwer, das hat auch die Fahrt im Sauerland gezeigt.

Wir haben dennoch die Fahrt genossen.blume

Marianne hat ein kleines Gedicht zu dem Erlebten verfasst:

 

Dem Osterhasen spielen wir einen Streich
Uns nachzuhoppeln fällt ihm bestimmt nicht leicht
Bis zur Mündung in die Ruhr
Verfolgen wir der Lenne Spur
Etwas klamm am Kahlen Asten
Sieht man uns ins Tal hinunterhasten
Ein Traum, das Stück bis Lennestadt
War’s das Radeln, das Kegeln oder die Bierchen, die uns setzen schachmatt?
Die Berge hoch, die Berge runter
Das hält am nächsten Tag uns munter
Abends sind nicht nur die Beine lahm
Auch, wenn es der Wirt nicht versteht – wir sind ganz zahm
Mit dem Aufzug zur Burg sollte es geh’n
– leider erst morgens um zehn
Da sind wir aber schon auf dem Weg
Der wieder Richtung Heimat geht
Ein kurzer Blick, wo Ruhr und Lenne sind vereint
Ein Dank an Petrus, der es weitgehend gut mit uns gemeint
Und schon holt uns der Alltag wieder ein
Welch ein Glück – es wird die letzte Tour nicht seinblume

Die Fotos stammen von Marianne und Heinz.

Dank auch an Werner und Karen, die uns mit dem Auto zum Startpunkt gebracht haben.


Einen Kommentar schreiben