Wenn ein Event ins Wasser fällt. Im Berliner Raum unterwegs.

Wenn ein Event ins Wasser fällt…

Ich denke gerade an ein Großereignis, dass dann abgesagt werden muss wegen irgendwelcher massiven Störungen.

 

Ein Event sollte es sein, unsere RadBerlinale rund um die Hauptstadt im Juli 2017.

Dann ging vieles ins Wasser: Starkregen an 2 Tagen, so dass unser bewährter Guide von dem Büro „Berliner Industriekultur“ überhaupt nicht zu Wort kam.

Wege waren verschlammt, teilweise abschüssig, teilweise verkehrsreich und gefährlich. Da galt es für alle Beteiligten, sich zu konzentrieren und das Ziel zu erreichen. Das Alternativvorhaben, die S-Bahn zu benutzen, wurde mit einstimmigem Beschluss nicht angenommen. Die Erlebnisse von unterwegs werden in Erinnerung bleiben.

Vielleicht sind aber auch noch folgende Dinge in Erinnerung:

  • Gespräche am Rande. Eine Berlinerin bei Starkregen in Spandau: „Wo wollt Ihr denn hin? Nach Dallgow? Da habt Ihr ja was richtig Schönes vor Euch! Viel Spaß dabei!“ Ein lieb gemeinter Wunsch voller Ironie.

 

So sind sie, die Hauptstädter, wenn das Dorf nicht schläft. Das schläft übrigens nie. Verkehrsregeln werden individuell ausgelegt. Radfahrer aus der tiefsten westfälischen Provinz werden in ihrem Verkehrsverhalten sofort als Fremde eingestuft.

 

Was bleibt noch im Rückblick auf die Radtour?

  • Die Erinnerung vielleicht, dass unsere Gruppe eine der letzten gewesen sein könnte, die das alte olympische Dorf von 1936 besichtigten durfte. Hier ist nun mittlerweile ein Investor tätig mit der Absicht, Wohnraum zu gestalten.
  • Die Erinnerung vielleicht an Potsdam und die Vorerinnerung, wie es dort kurz nach der Wende aussah.
  • Die Erinnerung an die Berliner Mauer und was dahintersteckt; den Berliner Mauerradweg gibt es auch.
  • Die Erinnerung an die Gästeführung in Köpenick durch den kostümierten ehemaligen Straßenbahnfahrer,
  • Das viele Grün, das viele Wasser, die Spuren der Wildschweine am Wegesrand,
  • Das Vietnamesenviertel in Marzahn, der Prenzlauer Berg der „Schwaben“,
  • Die Kalkindustrie in Rüdersdorf,
  • Die erneute Millionenpleite bei der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA),
  • Das Erlebnis, mit 13 Leuten in einer Reihe über den ehemaligen Flughafen Tempelhof fahren zu können,
  • Nur beim Radeln durch die Heide etwa 30 KG Steinpilze stehenlassen zu müssen,
  • Und vieles mehr.

Damit sind wir beim Essen, Erwähnt seien das anatolische Restaurant in Köpenick namens Lehmofen, eine ganz andere Erfahrung jenseits von türkischer Dönerbude und der gebürtige Mensch aus Banglasdesh, der in Altlandsberg ein mexikanisches Restaurant betreibt. Multikulti mit einem ganz anderen neuen Akzent.

 

Wir 13 RadlerInnen haben über 5 Tage hinweg einen eigenen Film erlebt. Ihr alle seid eingeladen, wenn auch nicht über Video, so doch über Foto oder eigenem Kommentar Eindrücke zu schildern.


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