Im Ammerland unterwegs

Schon im alten Jahrtausend war ich mal mit einer Radgruppe in Leer. Nun durfte ich wieder da sein im Juli 2016. Manches hatte ich wiedererkannt, anderes war ganz neu. Sonnenblume2

 

Erinnern konnte ich mich an eine vollautomatische Fahrradwaschanlage, die Reklame betrieb in der Nähe der Leeraner Fußgängerzone, dass sie die erste ihrer Art sei.

Bei der Tour nun in 2016 erkundigte ich mich bei unserer charmanten Gästeführerin danach, ob es diese Waschanlage denn noch geben würde. Sie kannte sie nicht. „Was, eine Fahrradwaschanlage,“ so war ihre Antwort, „wir Kinder und auch die Erwachsenen haben immer unsere Räder selber geputzt!“ „Na, dann konnten die ja nicht existieren“, war meine Überlegung. blume

So ganz verließ die kurze Gesprächssequenz die Dame nicht. „Wissen Sie eigentlich, was der Unterschied zwischen den „Schlüppern“ von gestern gegenüber denen von heute ist?“

Ich habe kurz überlegt und dann geantwortet: „Ja, so eine leise Idee habe ich schon. Früher waren das die Doppelgerippten, die sogenannten Liebestöter: einen für Januar, einen für Februar, März, April…    … und heute sind die Dinger ein wenig knapper geworden.“ blume

„Genau das meinte ich, Herr Hellweg, wenn ich früher mit einem Schlüpper mein Fahrrad putzte, dann war das ganze Rad sauber und heute? Allenfalls die Klingel!“

Früher war alles besser oder nur anders? blume

 

Im Ammerland, Saterland und in Ostfriesland waren wir unterwegs, um Menschen, Kulturen, Vergangenheit und Gegenwart zu erspüren. Religion spielte eine große Rolle, alte Grenzen und die damit verbundenen Hindernisse. Wer so mutig war, die Grenzen zu überschreiten, bekam was aufs Maul gehauen, das bis in die 60-er Jahre des vergangenen Jahrtausends hinein. Heute ist Hackerei und Rängelei wohl nicht mehr so an der Tagesordnung. Schon aber habe ich den Eindruck: „Wenn da mal jemand nicht seinen Vorgarten vom Unkraut befreit, ich möchte nicht wissen, wie es dem in der Dorfgemeinschaft ergeht!“

 

Ich selber bin immer noch bei den Schlüppern. Wenn die denn schon in jüngster Zeit so „romantisch“ waren, wie war das denn noch vorher?

Herr Meyer vom Schinkaneum in Apen hat da ein paar Andeutungen gemacht. Er hat errechnet, dass sein Leben nur entstanden ist aufgrund von 16000 nachwuchserfolgreichen intimen Vereinigungen zwischen Mann und Frau. Das konnte er aber nur errechnen laut eigener Aussage, weil er einen Computer hat. Über den Zeitraum muss ich den Fachmann noch einmal befragen. Gleichzeitig hat er ein Geheimnis verraten: „Jedem von Euch geht es nicht anders!“

Im Ammerland ging es immer um das Überleben. Nicht die Schönste galt es zu heiraten, sondern die, deren Papa mit seinem Besitz ein Überleben für alle Beteiligten in Aussicht stellte. Oder war da die Mama?

Originalaussage Meyer: „Wie gut, dass der Alkoven dunkel war!“

„Aber in jedem Haus war ein Uhlenloch! Das hat dafür gesorgt, dass die Eule die Mäuse weg geholt hat von den Nahrungsvorräten, und weil die Ammerländer nicht doof sind, haben sie das Uhlenloch zum allbekannten Schinken genutzt, den man auch dann genießen kann, wenn man zahnlos ist; im Gegensatz zu heutiger industrieller Fleischproduktion von Tönnies und Konsorte.

Klick mich

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Viel hat sich verändert in der Region, nicht nur die Schlüpper. Was genau? Da hättet Ihr mitfahren müssen!

Aber die Hormone von Mann und Frau scheinen immer noch vorhanden zu sein. blume


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