Multikulti in der Niederlausitz

Zu Gast bei den Sorben waren wir im Juni 2016. Von Raddusch aus haben wir eine Rundtour unternommen über Beeskow, Frankfurt/Oder, Müllrose, Eisenhüttenstadt, Guben, Forst, Cottbus zurück zum Ausgangsort.

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Thematisch haben wir uns befasst mit der Kultur der Sorben, dem Leben an der Spree, den Umweltproblemen, die der Braunkohleabbau mit sich bringt. DDR-Alltagskultur hat uns nachdenklich gemacht, genauso, wie das deutsch-polnische Zusammenleben in einem geträumten zukünftigen Europa. Haben Ost und West zusammengefunden? Bausünden am Oder-Spreekanal haben wir wahrgenommen, auf den Spuren der Zisterzienser waren wir. Fürst Pückler und seine Gedanken- und Lebenswelt wurden uns eindrücklich nahegebracht. Störche, Füchse, Rehe, Nutria, Biber, Seeadler und vor allem der tägliche Kuckucksruf begleiteten uns. Wir hatten Gespräche mit Einheimischen, was vor Ort bewegt.

 

Was bewegte uns?

Leben Lausitz1

All das, was bei der 300-km-langen Radtour zu erleben war, kann an dieser Stelle nicht dargestellt werden; aber drei Texte zum Nachdenken möchte ich gerne benennen.

Alle drei sind von Liedermachern aus dem Osten. Der erste von Gerhard Gundermann, einem typischen DDR-Kind. Gundermann war Baggerfahrer im Tagebau. Jahre nach der Wende hat er „die Straße nach Norden“ getextet und komponiert. Pittkunings ist sorbischer Liedermacher und Erzähler. Wir durften ihn persönlich kennenlernen, und er hat uns in Dissen so manchen Gedankengang mitgegeben.

 

Liedtext: Straße nach Norden

[von: Gerhard Gundermann, Album: Krams- Das letzte Konzert (live) DCD, 1998]

zuerst komm ich in schwarze pumpe übern berg
und da schimmert in der sonne das nagelneue kraftwerk
das sieht aus als ob ein ufo hier gelandet wär
es glänzt wie gelogen und passt hier nicht richtig her

nebenan verdienten einst vierzehntausend ihr brot
die sind vom wind verweht und die alte dreckschleuder ist tot
vom wind verweht ist auch der russ die ganze dicke schicht
heut verheizen sie ihr giftmüll und das gift das sieht man nicht

und ich sehe auf der strasse nach norden
dieser teil der welt ist anders geworden
ich schwimme mittendrin in meinem alten hemd
gehöre noch dazu und bin schon ziemlich fremd
und ich frag mich was ich bin was ich war
in der suppe das salz oder das haar
ich schwimme mittendrin in meinem alten hemd
gehöre noch dazu und bin schon ziemlich fremd

in cottbus komm ich dann auf die nagelneue autobahn
und da bin ich wie der blitz an lübbenau und vetschau ran
die warn kaum vom netz da ham se schon die schornsteine gelegt
es hät ja können sein das sichs noch einer überlegt

am lübbenaueer dreieck lkw an lkw
die gehören eigentlich zu einer feindlichen armee
so sah der gegner aus in meinem offiziersbewerberbuch
und nu kommen die vom einsatz aus dem oderbruch

und ich seh auf der strasse nach norden …

ich hab ein schönes auto da muss ich nicht mehr drunterliegen
und das autoradio von diesem auto kann einhundert sender rankriegen
doch die songs bei denen ich meine unschuld verlor
kommen in dem autoradio nicht mehr vor

und ich seh auf der strasse nach norden
(1998)

 

…von Deutschland – Pittkunings, 1990 Pittkunings

Du hälst die Sorben für ein schwaches Volk. Wir leben tausend Jahre mit den andern. Wir habend tausend Jahre bei den starken, mächtigen, tüchtigen, hartnäckigen Deutschen überlebt. Und da denkst Du, wir sind schwach…

Wenn du in den Spreewald kommst, siehst du noch die alten Häuser,

doch triffst du kaum noch einen Kahnfährmann, der noch unsre Sprache spricht.

Und an den Festtagen, da tragen die Mädchen noch unsre wunderschönen alten Trachten, doch frage sie nicht, wie die Amsel auf sorbisch heißt, denn das wissen sie nicht.

Und wenn du in die Heide kommst, kannst du sehn, wie Reichtum arm macht.

„Gott schuf die Lausitz. Da kam der Teufel und steckte die Kohle hinein.“

Und nicht nur am Rand der Berge rufen sie: „Deutschland den Deutschen!

Was wollt ihr denn hier? Kommt ihr nicht von weit her?“

Sie haben uns jahrhundertelang geschlagen, wieder und wieder.

Sie haben uns den größten Teil des Landes und vielen uns’re Sprache geraubt,

doch noch haben sie nicht alle Lieder.

Wir singen: „Doma, doma rědnje jo“, „Wo ničo so ja njestaram“ a „Daj mi jedne jajko“.

Es kann sich jeder Schöps erlauben, eine alte Frau dumm anzumachen,

nur weil sie im Konsum kein akzentfreies Deutsch

mit ein paar englischen Vokabeln spricht.

Wir haben in uns „die Schmerzen der vergehenden Art“.

Wir fühlen, was der Baum fühlt, der unter der Schneelast langsam zusammenbricht.

Ihre militant-schwarz, kaum-noch-rot, wunschtraum-goldenen Fahnen

die wehn jetzt wieder übermächtig im Land unsrer Ahnen.

Wir sind der letzte Rest unseres Volkes, winzige Minderheit,

in unserem eigenen Land. Indianer…von Deutschland.

Sie haben uns jahrhundertelang geschlagen, wieder und wieder.

Sie haben uns den größten Teil des Landes und unsere Sprache geraubt,

doch noch haben sie nicht alle Lieder.

Wir singen: „Doma, doma rědnje jo“, „Wo ničo so ja njestaram“ a „Daj mi jedne jajko“.

Spěwamy: „Doma, doma rědnje jo“, „Wo ničo so ja njestaram“ a „Daj mi jedne jajko“.

© 2013 Pittkunings  |

 

Mit dem Fahrrad durch den Spreewald fah’rn – Pittkunings, 2014

Mit dem Fahrrad durch den Spreewald, Sorben gucken fah’rn.

Gefühlte dreihundert Heimatstuben preisen sich an.

Wer Glück hat, erlebt wirklich ein uraltes Fest.

Sorbisch: Trachten, Ostereier. Einheitsdeutsch der ganze Rest.

Mit dem Fahrrad in den Spreewald fahr’n.

 

Auf dem Radweg durch den Spreewald, Erlebnis pur!

Links die Autos, rechts die unberührte Natur.

Nach dreizehn Kilometern kommt ein Gasthof in Sicht.

Rätselraten: Hat der heute geöffnet oder nicht?

Mit dem Fahrrad in den Spreewald fahr’n.

 

Wenn du unterwegs im Spreewaldrandgebiet bist,

das ist da, wo die Stadt Cottbus den Spreewald küsst,

grüßen dich die Eingebor’nen selten oder nicht.

Nein, die haben kein Problem, die zieh’n immer so’n Gesicht.

Mit dem Fahrrad in den Spreewald fahr’n.

 

Soviel Licht und Sonne, wie sonst nirgends in der Stadt!

Flache Landschaft, Wind von hinten, gut für Windkraft und Fahrrad.

Kohlegruben stör’n nicht, wenn man Spreewaldbitter trinkt,

derweil im Lausitzer Seenland nicht nur die Sonne versinkt.

Mit dem Fahrrad durch den Spreewald fahr’n.

 

Ihr seid eingeladen, per Kommentar oder Bildern eigene Eindrücke mitzuteilen.

 


2 Kommentare

  1. 1. Thomas

    Kommentar vom 24. Juni 2016 um 15:54

    Radfahren in der Lausitz hat mich schon deswegen beeindruckt, weil mir die Gegend bisher ganz unbekannt war. Bei den Themen jeden Tag bin ich immer wieder verblüfft, welch eine Vielzahl von ganz verschiedenen Wissensgebieten angesprochen und vertieft werden. In der Lausitz haben mich besonders die Architektur der Zisterzienser (Gotik mit barocker Oberfläche) und die Ideen von Pittkunings beeindruckt. Wie Dieter es so schön formuliert hat: Pittkunings lud dazu ein, bei den Problemen unserer Zeit noch einen Schritt weiter zu denken. Die Fahrt mit dem Spreekahn und die Erklärungen des Bootsführers waren ein schöner Abschluss; auch, weil man mal die Pedale nicht mehr quälen musste sondern die Seele baumeln lassen konnte. Ich freue mich schon auf die nächste Tour und bin gespannt auf die Themen.

  2. 2. Andi

    Kommentar vom 13. Juli 2016 um 18:24

    Hier nun mein Reisebericht über die Tour durch die Niederlausitz und dem Spreewald.
    Hinweis: Ich wurde vom „eiligen Pamphletus“ heimgesucht, man möge mir vergeben 😉

    Einige von uns sind ja – zum Glück – einen Tag eher (Sonntag) angereist, was Anlass gab, die Gegend zu erkunden. Bei abendlichen Gesprächen kam die Frage auf, warum es denn „Sperrgebiete“ in der Nähe gibt, weil man solche Schilder (SPERRGEBIET! LEBENSGEFAHR!) sah.
    Wir spekulierten über Militärische Bereiche und spekulierten weiter, kamen aber nicht auf den Grund.

    Die Antwort darauf erhielten wir bei der ersten kleinen Tour am „offiziellen“ Anreisetag (Montag), denn dort haben wir einen Blick auf und in die ehemaligen Braunkohletagebaue bei Raddusch erheischen können.

    Es liegt daran, dass beim Braunkohleabbau die Erde komplett umgeworfen wird, der Abraumschutt am Rand des Geländes wieder angehäuft und begrünt, aber dummerweise nicht verdichtet wurde, denn durch Regenfälle etc. sackt der ganze Wust in sich zusammen und verursacht Tagebrüche, wie wir sie aus dem Ruhrgebiet kennen, mit dem Unterschied, dass bei uns keine großen Flächen einfach absacken.

    Auch wurde uns der Begriff „Enten-Polizei“ erklärt, was ich mit „Polente“ kommentierte.
    Das sind Streifen zu Wasser und Lande, die darauf achten, dass im Biosphärenreservat keine Autos ungenehmigt rumfahren.

    Darüberhinaus erfuhren wir Einiges über die Symbiose von Bodenbeschaffenheiten und Gurken (inkl. einer kleinen Verkostung an der alten, renovierten Radduscher Buschmühle).

    Witzig fand ich den Spruch unseres Tourguides kurz vor Ende der Tour: „Jetzt wirds etwas bergig..“ (es war ne leichte Steigung.. ne gaaanz leichte!)

    Am darauffolgenden (zweiten) Tag ging es dann an die RICHTIGE Tour.
    Auf dem Programm stand zu Beginn eine Besichtigung einer Mosterei in Burg. Ein Familienbetrieb seit 1958, der sich, anfangs mit beinahe antiken Methoden der Saftgewinnung, durch die Zeiten des Sozialismus kämpfte, und zu klein und unbedeutend war, um den staatlichen Augen aufzufallen. Sie waren und sind seit je her ein Privatunternehmen, was in der Zeit bis 1989 nicht selbstverständlich war.
    Sie haben nach der Wende auf „Mut“ gesetzt und in der Region, bzw. nun auch überregional durch uns, an Bedeutung gewonnen, da sie durch Modernisierung und in puncto Hygiene eine gute zukunftsträchtige Struktur geschaffen haben. Und weil die Säfte sooooo lecker sind!

    Na soviel Most gings nach Nord-Ost…
    …zur „Holländer Mühle“ nach Straupitz, die an dem Tag leider keine Flügel hatte, weil diese zur Reparatur in Holland waren, aber dennoch schön anzusehen ist.
    Hier erfuhren wir viel über die Herstellung von Leinöl, Leinkuchen und weiteren Leinsamenprodukten ..und dass ich für den Beruf des Müllers zu kräftig bin, denn ich kam nicht in das oberste der drei Stockwerke.
    Früher waren die Leute eben kleiner (und vielleicht schmaler).
    Der anschließende Mittagsgang war klassisch, gut und lecker: Pellkartoffeln, Leinöl und Quark.

    Übrigens: Leinöl ist verdammt gesund und enthält über 50% Omega-3-Fettsäuren.

    Und weiter gings.. zum Schwielochsee! Dort legten wir eine kleine Rast ein, wo just genau bei unserer Ankunft ein kurzer adretter Schauer auf die großen Schirme niederprasselte.
    Das war perfektes Timing!

    Und dann ging es zu unserem Tagesziel Beeskow, mit einer vorherigen Spreeüberfahrt über eine Seil-Fähre (Handbetrieb!)
    (FOTO, FOTO, FOTO).

    Der dritte Tag begrüßte uns und es graute dem Morgen, als wir auf dem Wege zur Kersdorfer Schleuse waren, wo wir uns mit zwei Herren trafen, die uns bis zum Historischen Museum in Briesen begleiteten und im Regen an einigen Stellen mit Informationen versorgten. Zum Beispiel, dass der Oder-Spreekanal sein 125-jähriges Bestehen feiert, allerdings ungewürdigt, oder dass Friedrich der III. einen 66-ender Hirsch erlegte, oder der Beton für die Autobahn Berlin-Dresden im dritten Reiches aus der Gegend um Briesen stammte.

    Leicht „gewässert“ erwartete uns im Heimatmuseums des Ortes Briesen ein opulentes Frühstück, heißer Kaffee und ein schöner Einblick in die Historie des Ortes mit Exponaten des Alltags aus der Kaiserzeit bis hin zur DDR. Die Briesener können Gastfreundschaft! Aber gewaltig!

    Gestärkt ging es weiter gen Osten, nach Frankfurt/Oder.
    Nun, was soll man viele Worte finden und schreiben: es regnete.. und was uns beim Erreichen der Stadt auffiel, war ein gewisser Frust. Sture Autofahrer, vereinzelt unfreundliche Zeitgenossen mit Bierdosen und unwillige Tourist-Info-Leute, weswegen wir unsere Fahrt einfach fortsetzten, obwohl ursprünglich eine Stadtführung mit kurzer Einreise nach und Ausreise aus Polen geplant war.
    Vorbei gings am Helenesee, wo bei schönem Wetter FKK-Andächtige herumwuseln, aber damit bei unserer Wettersituation nicht mit zu rechnen war, bis zu unserem zweiten Tagesziel: Kaisermühle bei Müllrose!
    Ein sehr schönes Hotel mit bezaubernden Zimmern und einer hervorragenden Küche!

    Der vierte Morgen versprach angenehmer zu werden. Bei Sonnenschein ging es durch die Ernst-Thälmann-Siedlung, die beim großen Oderhochwasser schwer betroffen war, an guten Radwegen zur Oder, bis wir Eisenhüttenstadt erreichten.
    Die schnuckeligen Vororte mit Gebäuden aus der wilhelminischen Zeit, wenn nicht gar friederizianisch, und Rehen auf der Straße, bis zur Innenstadt im klassizistischem Stil der 50er Jahre. Die Stalinallee/Frankfurter Allee in Berlin lässt grüßen.
    Der Besuch des Museums des DDR-Alltags, war interessant und enthielt sehr interresante Ausstellungsstücke, aber ein bleibender Eindruck wurde eher von den Leuten der Inselgaststätte hinterlassen. Offenherzig, geradlinig und mit ner schönen Schlagfertigkeit.

    Unser nächstes Ziel war das Zisterzienserkloster Neuzelle, deren interessante Architektur der katholischen Kloster- und der evangelischen Kirche, sowie der Gartenanlage uns staunen ließen.

    Abschluss der Tagestour war der Landgasthof Waldow in Groß Breesen.
    Dort haben wir mitbekommen, wie stupide Bürokratie und eine gewisse Engstirnigkeit beisammen sind, musste der Hotelier eine Strafe für Schilder zu seinem Ressort bezahlen, da diese nicht genehmigt waren.
    Nach vielen Hin und Her, bezahlte er, und zwar in 1- und 2-Centstücken und die Presse nahm sowas nur allzugerne auf.
    Es gab noch mehr Vorfälle in diesem Zusammenhang, aber dies zu erläutern würde nun wirklich den Rahmen sprengen.

    Am nächsten Morgen begrüßte uns der Regen.. und, um es vorweg zu nehmen, er mochte uns wohl, denn er blieb.
    Eine Abgeordnete der Stadt Guben traf uns in Grunewald (nein, nicht der Grunewald in Berlin!), führte uns die Lausitzer Neiße entlang nach Guben, zeigte uns markante Punkte in der Stadt und erzählte aus der Geschichte, die stark durch den zweiten Weltkrieg geprägt war.
    Ein kleiner Abstecher nach Gubin, der polnischen Seite der Stadt und auch der ursprüngliche Teil Gubens, brachte uns in ein kleines Museum in einem alten Gebäude. Dort sah man Exponate aus längst vergangenen Zeiten, und erfuhr Einiges, bei einem schön heißem Tee, über die deutsche und polnische Geschichte Gubins/Alt-Gubens.

    Und weiter gehts die Neiße entlang.. durch strömenden Regen und Wind aus allen Richtungen. Wunderbar.. Ich hatte sogar Wasser im Ohr vom Regen. Man fasst es nicht!
    Die Exkursion zum Textilmuseum habe wir, mit dem vollsten Verständnis der Betreiber dort, abgesagt, denn selbst unsere Regenklamotten hielten nicht mehr dicht und wir waren allesamt ziemlich durchgeweicht.
    Ein kleiner Stop in Sacrow wurde genutzt, neue Energie zu tanken und die Feuchtigkeit aus der Kleidung zu bekommen, dann ging direkt nach Forst zu unserer nächsten Herberge.
    Zeit, unsere Klamotten zu trocknen.

    Der letzte Tourentag begann mit Sonnenschein.
    Auf dem Wege nach Cottbus sah man einige Besonderheiten: z.B. eine alte Krokodil-Lok oder das alte Braunkohleabbaugebiet, das jetzt den Klinger See enthält.
    Ja, es sieht schön aus, aber auch hier, wie schon bei Raddusch, sahen wir die Schilder mit dem „Sperrgebiet“.
    In Branitz, bzw. genauer beim Schloß mit Schloßpark des Fürsten Pückler, machten wir einen intensiven Rundgang durch den Park, erfuhren Details der Pücklers, sowie die Details bei der Beschaffung des Parks, sowie die letzte Ruhestätte des Fürstenpaares.
    Und weiter ging es, einer alten Bekannten entgegen: die Spree.
    Entlang der Spree, an Storchennestern, umherfliegenden Milanen vorbei, ging es zum kleinen Örtchen Dissen, der eine Besonderheit ent-, und eine Überraschung für uns bereit-hielt.
    Die Besonderheit ist die sorbisch-evangelische Kirche, in der Gottesdienste in beiden Sprachen (sorbisch und deutsch) abgehalten werden.
    Begrüßt wurden wir dort vom Liedermacher und Künstler Pittkunings (die Überraschung), der uns sowohl humorvoll die Geschichte der Kirche, sowie von der Geschichte und Kultur der Sorben berichtete, als auch musikalisch Witziges, Geistreiches und Nachdenkliches in zwei Sprachen darbiet. Lieder, die bewegten und uns auch etwas mitgaben: Gedanken an die Sorben, die seit Jahrhunderten im Spreewald und Umgebung beheimatet sind, aber in Gefahr läuft, langsam auszusterben, da nur noch Wenige die Kultur weiterleben und weitergeben. Gedanken an den Spreewald und dessen wirklich einzigartige Natur, die durch den Braunkohleabbau, bzw. auch den Nachwirkungen gefährdet ist. Und noch Einiges mehr.

    Mit diesen Gedanken ging es nach Burg, wo wir ein Päuschen einlegten, bevor es dann zum Finale, unserem Start- und Zielpunkt Raddusch, ging.

    Und ganz ehrlich, als wir im Radduscher Hafen ankamen, schmeckte die anschließende Hopfenschorle nie besser.
    Nach dem Abendessen ging es dann über den Gurkenteppich in unsere Zimmer, denn am nächsten Tag wurde, als krönender Abschluss, eine Kahnpartie gemacht.
    Wir genossen die Natur, die Ruhe, lauschten den Worten Mike’s, unseres Kahnführers, über die Probleme als „nicht-organisierter“ Kahnfahrer und diversen Geschichten über das Leben im Spreewald.

    Bis wir dann unsere Zelte abbrachen und uns auf dem Heimweg begaben.

    Alles in allem, trotz Regen, eine für mich und uns gelungene Fahrt.

    Dank an allen, die das ermöglichten und an diejenigen, die wir trafen und uns an ihrem Leben und ihrer Kultur teilhaben ließen.

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