Da blüht und wackelt die Heide.

 

So hieß unser Motto bei der Radtour im August 2017 von Bad Bodenteich nach Winsen an der Luhe. Rad mal, wo das ist!

Viele von uns hatten keine Ahnung. „Dort tot über dem Zaun hängen?“ war die Frage.

80% bestanden aus Radeln durch Landschaft pur, 20 % durch bebautes Gebiet.

Wettermäßig sind wir verschont geblieben, nur eine halbe Stunde Regen während der Tour. Aber rundherum hat sich das Wetter ausgetobt, mit der Folge für uns, dass wir an einem Tag etwa 10 km durch eine Schlammwüste fahren mussten. Wir haben es zwar dreckig, aber munter überlebt.

Erlebnisse unterwegs können eigentlich nur die nachvollziehen, die dabei waren.

Aber zum neugierig machen: wer von den anderen weiß, dass es auch evangelische Klöster gibt? Wer hat schon einmal eine Gästeführerin erlebt, die an einem Tag kompetent zu verschiedenen Thematiken lebendig Auskunft gibt? So geschehen in der Salzstadt Lüneburg und in Scharnebeck am Fahrstuhl für die Schiffe.

 

Hundertwasser, der ist doch bekannt! Der hat sich ja überall herumgetrieben! Kundige meinten bei einem ersten Spaziergang durch den Uelzener Bahnhof: „Na ja, typisch Hundertwasser!“ Aber die Führung hat dann doch hervorgebracht, was sich hinter vielen Details verbirgt, viele Elemente mit christlichem Hintergrund.

An einer Stelle haben wir auch unsere Stahlrösser stehen gelassen. Zwei Haflinger übernahmen den Transport durch die Heide. Diese blühte noch nicht wirklich, aber das Wackeln hat man gespürt.

 

Wie das Leben der alten Ritter war, durften wir bei einer Führung in Bad Bodenteich erfahren; Schifferalltag war das Thema in Lauenburg. Da ging es auch um die Situation der Werft vor Ort, um verschiedene Wendezeiten. Die Situation zu Zeiten der innerdeutschen Grenze war ein Thema, der Hochwasserschutz und die Elbauskofferung.

Verschiedene Sprüche wurden geklärt, z.B.,  was es auf sich hat mit „der hohen Kante“ oder was es heißt, „auf den Hund gekommen“ zu sein. Wir wissen nach dieser Tour auch, was sich hinter dem Begriff „Flohmarkt“ verbirgt.

 

Eigene Sprüche wurden auch kreiert. Beispiel gefällig?

Als ich den Guide entlang der Elbmarsch bezahlen wollte, bot ich ihm meinen Rücken an als Unterlage zum Unterschreiben der Quittung.

D.A. aus Dorsten: „Kalle, halte deinen Hintern nicht so lange dahin, der ist Tierarzt!“

Antwort vom Guide: „ja, künstliche Besamungen haben wir auch durchgeführt.“

 

Ihr seht, die Stimmung war prächtig. Herzlichen Dank an alle Beteiligten.

p.s.: in Richtung D.A.: Ich habe eine sehr versierte Diplomatie-Lehrerin. Sie hätte mir geraten, alle fünf Finger in Deine Richtung in die Luft zu strecken, um dann zu sagen: „Such Dir einen aus!“

Die Fotos sind dankenswerterweise von Wolfram Grahlmann zur Verfügung gestellt worden.


1 Kommentar

  1. 1. Wolfram Grahlmann

    Kommentar vom 11. August 2017 um 16:18

    Hallo Kalle!

    Wieder einmal eine super tolle Radtour mit Dir und vielen lieben und netten Menschen, teilweise mir von der Dellbrück-Tour bekannt. Das hat mich sehr gefreut. Mit dem Wetter haben wir Glück gehabt, drei Tropfen Regen, dafür ein bißchen mehr Schlamm auf einigen Waldwegen – aber gehört manchmal auch dazu.
    Viele Besichtigungen und Führungen mit sehr kompetenten Menschen, die ihr Wissen hervorragend
    und mit viel Herzblut an uns weiter gegeben haben.
    Ich hoffe, lieber Kalle, dass Du noch viele solcher Touren ausarbeitest und mit uns zusammen
    diese dann unternimmst.

    Wolfram Grahlmann

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