Um Soest und um Soest herum

Am 15. Oktober 2016 waren wir noch einmal radmäßig unterwegs. Die Soester Börde und das Umland waren unser Gebiet. Gestartet und gelandet sind wir in Westönnen (Kompliment an die Eurobahn: „Es ist immer ein Genuss, mit Euch zu fahren!“). Der Herbst ist da, und die Stimmung war dementsprechend. Auf den ersten 20 km durch die kleinen Dörfer Richtung Hamm begegnete uns keine Menschenseele, vielleicht kamen uns fünf Fahrzeuge entgegen. Die Landschaft erschien unwirklich; im Nebel verhangen, mit Farbgebungen und Temperaturen, die typisch sind, wenn SommeHerbstr und Winter miteinander kämpfen.

Erster Anlaufpunkt war der Maximilianpark in Hamm. Er ist der östlichste Punkt der Route der Industriekultur. Ein sehr sympathischer Park, der die Bergbauvergangenheit nicht verleugnet und dank des Engagements und der Ideen seiner MitarbeiterInnen Lebensqualität für Groß und Klein in der Gegenwart ermöglicht! Kompetent geführt wurden wir von Markus Maul, dem Leiter des grünen Klassenzimmers.blume

Weiter ging es Richtung Uentrop. Die Kolosse von Kraftwerken waren nicht zu übersehen, aber nur unter der Hand wurde kolportiert, welche Planungs- und Bausünden hier begangen wurden. In direkter Nähe befindet sich ein Riesengelände unter der Federführung Westfleisch. Inspiriert bei anderen Touren durch Machenschaften von Fleischproduzenten bin ich neugierig geworden, wer sich denn hinter Westfleisch verbirgt.

In Lippborg wollten wir Mittagspause machen. Die diversen Gasthöfe und selbst ein Dönerimbiss hatten alle zu. Die Rettung war ein kleiner Lebensmittelladen mit Bäckerei. Nur eine Woche später hätten wir auch hier keine Chance mehr gehabt. Er wird dauerhaft geschlossen. Die Verkäuferin erzählte ohne zu klagen sehr sachlich über das, was ansteht; aber was wird sich in ihrem Inneren abspielen? Die Diskussion in Sachen Tengelmannkonzern mit den verschiedenen Wettbewerberinteressen kam in den Sinn und die vielen Einzelschicksale, die mit der Aufgabe des Lebensmittelbereichs damit verbunden sind.

Nächste Anfahrstation war Soest. Für mich ist es immer wieder schön, in dieser alten Hansestadt mit den typischen grünen Sandsteingemäuern zu Gast sein zu dürfen.blume Reformation in Soest war das Thema. 500 Jahre Luther steht im nächsten Jahr an. Wenn er heute Buße öffentlich aussprechen würde, was würde er dann sagen? Einige Aspekte zur Reformation haben wir in Soest erfahren, gerne aber hätte ich mehr Detailinformationen gehabt, wie die diversen Diskussionen geführt worden sind. Die Schattenseiten der Reformation wurden leider auch nicht so thematisiert und das Leid, das nachfolgende Kriege ausgelöst haben. Eins habe ich in Erinnerung behalten: Freiheit bedeutete Steuerfreiheit! Ich hoffe, dass diese Aussage ganz viel Kopfschütteln auslöst.

An hervorragenden Lokalitäten in Soest, in denen man Flair genießen kann, gibt es wahrlich keinen Mangel. Bei dieser Fahrt haben wir den wahrscheinlich leckersten Kuchen in ganz Soest genossen, nämlich im Cafe´ am Dom an der Rückseite des Rathauses.blume

Letzte 12 km führten dann der untergehenden Sonne entgegen zurück zum Ausgangsort, sinnbildlich für das Ende der Radsaison 2016. Aber die neue steht ja in der Planung an. Näheres dazu in Kürze.IMG_2624


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