Was ist dran am Musterländle?

Wenn Ihr auf das nachfolgende Bild klickt, findet Ihr einen Artikel, der am 01.09. 2011 im Südkurier erschienen ist.

Frau Vöckt, die Autorin, entschuldigt sich für die Kürze des Artikels. In der Tat müsste er erst da beginnen, wo er endet. Viel mehr haben wir erlebt und erfahren! Zwischenstationen waren   

  • Friedrichshafen mit dem Zeppelinmuseum,
  • Unteruhldingen mit den historischen Pfahlbauten,

    

  • Überlingen, das überlaufene Touristenzentrum am nördlichen Bodensee,

  • das Blumenparadies Mainau,
  • Konstanz bei Nacht,
  • der Rheinfall, 
  • Stein am Rhein mit der teuersten Cola, die unser Mitradler Heinz je getrunken hat,
  • die deutsche Exklave Büsingen, deren Bürgermeister eindrücklich von den Alltagsschwierigkeiten der betroffenen BürgerInnen erzählt hat,
  • das schweizerische Kaiserstuhl, vom Fluglärm betroffen und mit weniger grenzenlosen Berührungsängsten versehen zum deutschen Nachbarn hin als kantonsübergreifend,  
  • das bereits im Artikel erwähnte Laufenburg, das Gastgeber war für die Thematik “Atomares schweizer Tiefenendlager”,
  • Rheinfelden mit der eindrucksvollen Tschamberhöhle, die wir unter kompetenter geologischer Führung erleben durften,
  • diverse eindrucksvolle Orte am Altrhein entlang vom Wehr Märkt bis nach Breisach; hier hat sich der Rhein canyonmäßig eingegraben und auf gut 35 km-Länge muss die Auenlandschaft 12 m tief ausgekoffert werden, um ökologische Sünden der Vergangenheit vielleicht zu bereinigen,
  • Breisach selbst, mit seinen diversen Streitgeschichten und deren politischen Hintergründen,
  • Bad Bellingen mit dem Bäderwesen,
  • der deutsche Kaiserstuhl mit seinen Flurbereinigungsmaßnahmen,
  • Riegel mit seiner römischen Geschichte und nicht zu vernachlässigen, dass hier nach dem Zusammenbruch von Peenemünde deutsche Raketenindustrie fortgeführt werden sollte,
  • Ihringen, das dafür wirbt, der wärmste Ort Deutschlands zu sein; ein Kritiker hat das “w” am Ortseingang unkenntlich gemacht. Aber ein Kleinod gibt es hier: der Zupfinstrumentebauer Schrumpf. Da waren wir auch.
  • Freiburg letztendlich; ich war in der Versuchung, gleich da zu bleiben!

Ich bin nun in einer ähnlichen Schwierigkeit, wie die Frau Vöckt. Bisher habe ich nur Zwischenstationen benannt. Wie sieht es mit der Erlebnisqualität aus und mit unserem Gehabe und Getue?

Gestartet sind wir mit dem Märchen der Sieben Schwaben, die mit einem überdimensionalen Spieß bewaffnet diverse Abenteuer erlebt haben. Eine Version von diesem Märchen mit den verschiedenen Charakteren könnt Ihr hier nachlesen. http://www.sagen.at/texte/maerchen/maerchen_deutschland/allgemein/vondensiebenschwaben.html

Wir sind auch mit einem Spieß unterwegs gewesen, der dann bei der Auswertung davon berichtete, welche Schand- und Heldentaten wir (einzelne oder alle) vollbracht haben.

Die Schandtaten scheinen zu überwiegen:

  • in einer Fussgängerzone geradelt,
  • Kalle überholt,
  • Obst geklaut,
  • Mitradler geschnitten beim Abbiegen,
  • alte Seilschaften gepflegt.

Oder überwiegen doch die Heldentaten?

  • Teller immer leergegessen,
  • Platzangst überwunden in der Höhle des Drachen,
  • fast 400 km auf stählernen Rössern überwunden,
  • Bergziegendiplom ergattert,
  • Gipfel erstürmt,
  • Trauversprechen wiederholt nach Jahrzehnten des Ehealltags, das unter Zeugen,
  • lebensnotwendigen Helm gerettet aus reißendem Strom in Tschamberhöhle,
  • schiebende Kräfte entwickelt,
  • auch wir mussten gegen zornig brummende Hornissen bestehen,
  • den Grund auf Tragfähigkeit erschlossen und mutig beschritten,
  • die Tugend der Pünktlichkeit beachtet,
  • psychologische und medizinische Therapie wahrgenommen bei einem radelnden Opfer des Straßenverkehrs,
  • dem Gesang der Sirenen entronnen,
  • Achtung und Rücksichtnahme gezeigt für die Belange des/der anderen,
  • sich schäumender Gischt ausgesetzt,
  • notwendigen Handstand ermöglicht und ertragen,
  • Verletzungen als Spuren des Kampfes in Kauf genommen für das Allgemeinwohl,
  • friedlich Grenzen überschritten, diplomatisch agierend, den schlechten €-Kurs spürend,
  • Nahrungsquellen erschlossen in Konkurrenz zu den Staren, dem Rebbammer entronnen,
  • u.v.m. …

Was sich hinter all diesen Schand- und Heldentaten verbirgt ( die Grenzen sind fließend ), kann man nur begreifen, wenn man dabei ist. Die Stimmung war gut, wie aus den Fotos zu ersehen ist.

Bleibt die Antwort auf die Frage: “Was ist dran am Musterländle?”

Meine Antwort lautet: “Von Nix kommt nix! Sie wissen, was sie haben, aber sie sollten aufhören, Trophäen in Form von bereits toten Bären zu sammeln.”

Ihr seid alle eingeladen, eigene Antworten zu geben auf die eingangs gestellte Frage.

Ich selbst wäre, wie schon erwähnt, gerne hocken geblieben dort im Badischen, bin verliebt in Land und Leute, aber es gibt auch einen Alltag, der mich nun wieder eingeholt hat. Er hat einen badischen Akzent hier im Ruhrgebiet, etwa 500 km weiter nördlich vom Musterländle in einem anderen starken Stück Deutschlands.

Ich jedenfalls habe Danke zu sagen an alle Beteiligten.  Wie immer: mit einem Sonnenblumengruß:

Auf ein Neues demnächst mit dem Fahrrad unterwegs Richtung Neue Horizonte!

Euer Kalle

Die Fotos wurden dankenswerterweise von Marianne und Lutz zur Verfügung gestellt.

Noch nicht genug?

Hier ein paar weitere Impressionen:

   

   

 

 

 


1 Kommentar

  1. 1. Polzin Heidi

    Kommentar vom 11. September 2011 um 20:06

    “Ein Traum war es”
    so steht es unter der Bodenseereise und so war es auch. Alles stimmte, die wunderbare Landschaft, das super tolle Wetter, das kulturelle Programm und die hervorragende Leitung und Betreuung. Ein besonderer Dank geht an die Mitradler. Ihr ward grandios.
    Ich bin infiziert von Gruppenradreisen, natürlich nur unter der Leitung von Kalle.
    Danke für diese super Zeit.

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